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            <titleStmt>
                <title type="full">
                    <title type="main">Gestaltung und Gelingen von Videotutorials in den Digital Humanities</title>
                    <title type="sub">Eine kritische Betrachtung ausgewählter Empfehlungen</title>
                </title>
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                <application ident="DHCONVALIDATOR" version="1.22">
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        </encodingDesc>
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                <keywords scheme="ConfTool" n="category">
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                </keywords>
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                    <term>Short Paper</term>
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                    <term>Visualization</term>
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                    <term>Meta: Teaching/Learning</term>
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            <p>Nicht nur vor dem Hintergrund der aktuellen Covid-19 Pandemie, aber im Besonderen in Anbetracht dieser, steigt weltweit an den Hochschulen der Bedarf an und der Einsatz von digitalen Lehr-Lern-Settings. Daher gilt es in allen Fachbereichen, und somit auch in den interdisziplinären Digital Humanities, vermehrt digitale Vermittlungsstrategien und -methoden zu erproben und zu diskutieren. Unabhängig davon, ob an Hochschulen bereits eigene Institute und Professuren für Digital Humanities vorhanden sind, steigt mit dem Einsatz der digitalen Lehre in den Geisteswissenschaften sowie der Informatik auch die Notwendigkeit von konkreten, validierten Strategien für die Vermittlung digitaler Forschungsmethoden. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen gilt es in diesem Beitrag ein spezifisches digitales Lehr-Lern-Format zu betrachten, welches in den letzten Jahren an den Hochschulen kontinuierlich an Popularität zugenommen zu haben scheint – die digitale Lehre mittels Videos. </p>
            <p>Aus den Befragungen des Trendmonitors des mmb Learning Delphi ist etwa seit 2016 eine
                steigende Relevanz dieses Formats festzustellen (mmb 2017). <note place="foot"
                    xml:id="ftn1" n="1">
                    <p> Impliziert in Blended Learning Szenarien kann der Trend bereits früher
                        verortet werden. In der Umfrage aus dem Jahr 2016 findet sich allerdings die
                        erste konkrete Nennung von „Videos/Erklärfilmen". </p>
                </note> Grund dafür sind Thesen, die die Förderung des Lernens und des Lernerfolgs
                durch die Vermittlung unterschiedlicher Lerninhalte mittels Videos im Selbststudium
                konstatieren. Hervorzuheben sind beispielsweise das zeit- und ortsunabhängige Lernen
                (Falke 2009; Knaus / Valentin 2016) und die geringeren Zugangsbarrieren durch
                audio-visuelle Informationsübertragung im Sinne der Dual-Coding-Theory (Paivio
                1986). Besonders als Baustein von Blended-Learning-Formaten wie der Inverted- oder
                Flipped-Classroom-Methode findet das Medium Video immer häufiger Anwendung in
                verschiedenen Unterrichtsszenarien (Handke / Zeaiter 2020). Für die Digital
                Humanities ergibt sich nun die Frage: (Wie) kann dieses Lehr-Lern-Format auch hier
                adäquat eingesetzt werden, sodass sich Studierende der Digital Humanities sowie
                Studierende der generischen geisteswissenschaftlichen und informatischen Fächer
                digitale Forschungsmethoden im Selbststudium – im Rahmen von hybriden Lehrformaten
                oder gar ohne zusätzliche Begleitung – aneignen können? </p>
            <p>Die Einsatzmöglichkeiten von Videos im Unterricht sind vielfältig, da ganz unterschiedliche Videoformate eingesetzt werden können.
                <note place="foot" xml:id="ftn2" n="2">
                    <p>
                        Als Lehrfilme oder Clips, die es durch die Studierenden zu analysieren gilt, als Lehrvideos, die Unterrichtsinhalte oder Konzepte vermitteln sollen oder als Screencasts, die die Anwendung eines Computertools oder einer Software für die Bearbeitung einer Aufgabe zeigen, können Videos von den Lehrenden auf verschiedenste Weise eingesetzt werden.
                    </p>
                </note> Zur Vermittlung digitaler Forschungsmethoden in der Digital Humanities-Lehre ist insbesondere der Einsatz des Videoformats 
                <hi rend="bold">Videotutorial</hi> naheliegend, "in denen eine beobachtbare Fertigkeit oder Fähigkeit im Sinne einer vollständigen Handlung explizit zum Nachmachen vorgemacht wird" (Wolf 2015: 30). Die grundlegende Idee eines Videotutorials ist stets, dass die Rezipient*innen in dem Video bei einer bestimmten Handlung Schritt für Schritt angeleitet werden. In den Digital Humanities ist dieses Format vor allem dann interessant, wenn Studierende in der Handhabung einer Software, wie beispielsweise einer 3D-Modellierungs-Software, angeleitet werden müssen. Hier könnten Studierende etwa darin angeleitet werden, wie sie das Programm das erste Mal nutzen, ein Modell hinein laden und welche Bearbeitungsmöglichkeit für sie bestehen. Ist das Tutorial als Screencast
                <note place="foot" xml:id="ftn3" n="3">
                    <p> Screencast im Sinne einer Video-Aufzeichnung des Computer-Bildschirms,
                        wodurch die Handhabung von Software wiedergegeben werden kann. Die Abläufe
                        werden dabei idealerweise mit Audio-Kommentaren erläutert (cf. Carr / Ly
                        2009: 5). </p>
                </note> aufgezeichnet, können Studierende mühelos das Gesehene auf ihrem eigenen Rechner imitieren. Folgt man konstruktivistischen Annahmen (Dewey, Mandl), werden Studierende dadurch befähigt, sich die gezeigten Fähigkeiten anzueignen und diese situativ und eigenständig in anderen Kontexten anzuwenden. 
            </p>
            <p>Für die Nutzung von Videotutorials in der Lehre kann zum einen auf bereits bestehende Videos im Netz zurückgegriffen werden, zum anderen können Lehrende eigene Videos produzieren oder gar den Studierenden selbst – im Sinne des Lernens durch Lehren (Pfeiffer 2015) – die Produktionen eines Videos als Aufgabe oder Prüfungsleistung übertragen. Sollen eigene Videos erstellt werden, weil entweder kein passendes Video im Netz vorhanden ist oder, weil das Video auf ein explizites Beispiel angepasst sein soll, stellen sich viele Lehrende allerdings oftmals die Fragen: Wie genau sollten solche Videotutorials aussehen, um effektiv in Lehrveranstaltungen eingesetzt werden zu können? Welche didaktischen Empfehlungen gibt es und wie sind sie zu gewichten?</p>
            <p>Um Lehrenden grundsätzlich bei der Erstellung und der Implementierung von
                Videotutorials in ihren Lehrveranstaltungen zu helfen, sind bereits erste Studien zu
                ausgewählten Einsatzszenarien, Gestaltungsparametern und Gelingensbedingungen, sowie
                darauf aufbauende Leitfäden in der Hochschulforschung der letzten Jahre zu finden
                (e.g. Handke 2017 oder Meyer 2011). Wichtig ist im ersten Schritt, dass eine klare
                Definition erfolgt, was das Ziel der Tutorials sein soll und welche Kompetenzen sich
                Studierende damit aneignen sollen. Diese Lernziele sollten auch zu Beginn des Videos
                explizit mitgeteilt werden, nicht zuletzt, um eine Relevanz und Motivation für die
                Lernenden zu schaffen (Pfeiffer 2015; Cattaneo / Sauli 2017). Häufig beleuchtet wird
                in gegenwärtigen Studien auch eine ideale Länge der einzelnen Videos. Die
                Empfehlungen liegen hier bei vorzugsweise unter zehn Minuten (Attenberger / Ströber
                2014; Guo et al. 2014). Weiterhin gilt eine gute Bild- und Tonqualität als
                unerlässlich für den Erfolg eines Lehrvideos (Schön / Ebner 2013). Um einer
                möglichen Passivität des digitalen Lernformats entgegenzuwirken, sind darüber hinaus
                Interaktions- sowie Feedbackmöglichkeiten wie etwa Quizze elementar (Schaarschmidt
                et al. 2016; Pfeiffer 2015). </p>
            <p>Die signifikante Mehrheit dieser Studien wie auch der entsprechenden Empfehlungen
                entstammt jedoch anderen Fachdisziplinen wie den Naturwissenschaften. Aus dieser
                Situation ergibt sich die Frage, inwiefern jene Kriterien auf Videotutorials für den
                Bereich der Digital Humanities ohne Weiteres übertragen werden können. Außer Frage
                steht sicherlich, dass grundsätzliche Aspekte wie eine gute Bild- und Tonqualität,
                wie auch eine adäquate Zieldefinition zu Beginn, allgemeingültig sind. Allerdings
                können auch immanente Unterschiede nicht dementiert werden. So ist sicherlich zu
                diskutieren, ob eine empfohlene Länge von unter zehn Minuten auf ein Videotutorial
                in den Digital Humanities realistisch anwendbar ist. Schließlich wird hier nicht nur
                das reine Erlernen technischer Fähigkeiten forciert, sondern ebenfalls ein
                Bewusstsein für eine kritische Reflexion geschaffen. Daher sollte auch stets eine
                Erläuterung der Motive der Aktionen gegeben werden (Cattaneo / Sauli 2017).
                Gleichzeitig kann aber auch genau jene Vermittlung von technischen Fähigkeiten
                Interaktionsformate wie Quizze weniger wirksam erscheinen lassen. Hier muss insofern
                über andere Formate wie zum Beispiel eine Anwendungsaufgabe in der zu erlernenden
                Software nachgedacht werden.</p>
            <p>Auf Basis der beschriebenen Situation und der exemplarisch vorgestellten Gestaltungsparameter will dieser Beitrag diskutieren, inwiefern die Kriterien aus den Untersuchungen anderer Fachdisziplinen auf Videotutorials für die Digital Humanities angewendet werden können und wie sie gegebenenfalls angepasst werden müssen.</p>
        </body>
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            <div type="bibliogr">
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                            >https://www.fbzhl.fau.de/files/2020/11/kurzinfos_fbzhl_26-2014-fau.pdf</ref>&gt;
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                        Delphi" &lt;<ref
                            target="https://mmb-institut.de/wp-content/uploads/mmb-Trendmonitor_2016-2017.pdf"
                            >https://mmb-institut.de/wp-content/uploads/mmb-Trendmonitor_2016-2017.pdf</ref>&gt;
                        [15.06.2021]. </bibl>
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                        <hi rend="bold">Paivio, Allan</hi> (1986): <hi rend="italic">Mental
                            Representations</hi>. New York: Oxford University Press. </bibl>
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                        <hi rend="bold">Pfeiffer, Anke</hi> (2015): <hi rend="italic">Inverted
                            Classroom und Lernen durch Lehren mit Videotutorials</hi>. Vergleich
                        zweier videobasierter Lehrkonzepte. E-Teaching.org &lt;<ref
                            target="https://www.e-teaching.org/etresources/pdf/erfahrungsbericht_2015_pfeiffer_vergleich_videobasierter_lehrkonzepte.pdf"
                            >https://www.e-teaching.org/etresources/pdf/erfahrungsbericht_2015_pfeiffer_vergleich_videobasierter_lehrkonzepte.pdf</ref>&gt;
                        [14.06.2021]. </bibl>
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                        <hi rend="bold">Schaarschmidt, Nadine</hi> / <hi rend="bold">Albrecht,
                            Claudia</hi> / <hi rend="bold">Börner, Claudia</hi> (2016):
                        "Videoeinsatz in der Lehre. Nutzung und Verbreitung in der Hochschule.
                        Digitale Medien in der Hochschullehre", in: Pfau, Wolfgang / Baetge,
                        Caroline / Bedenlier, Svenja Mareike / Kramer, Carina / Stöter, Joachim
                        (eds.): <hi rend="italic">Teaching Trends 2016</hi>. Digitalisierung in der
                        Hochschule: Mehr Vielfalt in der Lehre. Münster: Waxmann 39–48. </bibl>
                    <bibl>
                        <hi rend="bold">Schön, Sandra</hi> / <hi rend="bold">Ebner, Martin</hi>
                        (2013): <hi rend="italic">Gute Lernvideos … so gelingen Web-Videos zum
                            Lernen!</hi>
                        &lt;<ref target="https://bimsev.de/n/userfiles/downloads/gute-lernvideos.pdf">https://bimsev.de/n/userfiles/downloads/gute-lernvideos.pdf</ref>&gt;
                        [14.06.2021]. </bibl>
                    <bibl>
                        <hi rend="bold">Wolf, Karsten D.</hi> (2015): "Bildungspotenziale von
                        Erklärvideos und Tutorials auf YouTube: Audio-Visuelle Enzyklopädie,
                        adressatengerechtes Bildungsfernsehen, Lehr-Lern-Strategie oder
                        partizipative Peer Education?", in: <hi rend="italic">merz</hi> 1, 59:
                        30–36. </bibl>
                </listBibl>
            </div>
        </back>
    </text>
</TEI>
